Maler trägt mit der Teleskoprolle eine neue weiße Beschichtung auf eine Altbaufassade auf, die Fenster sind abgeklebt – nach der Reinigung kann ein neuer Anstrich erneuten Algen an der Fassade vorbeugen
Ratgeber

Algen an der Fassade: Ursachen, Entfernung und wie Sie Neubefall vorbeugen

Warum Fassaden grün werden, wie Sie Algen schonend entfernen, warum Hausmittel keine gute Idee sind und was bei gedämmten Fassaden gilt.

Von CTN Oberflächen-Design, Malerbetrieb aus Broderstorf · Aktualisiert am

Algen an der Fassade: Warum die Wand grün wird

Algen brauchen vor allem Feuchtigkeit, die lange genug auf der Oberfläche steht. Nährstoffe liefern Staub und Schmutz aus der Luft, Licht bekommen sie an fast jeder Außenwand. Ob eine Fassade grün wird, entscheidet deshalb in erster Linie, wie schnell sie nach Regen, Nebel oder Tau wieder abtrocknet.

Besonders betroffen sind gedämmte Fassaden. Bei einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) liegt nur eine dünne Putzschicht auf der Dämmung. Weil die Dämmung die Wärme im Haus hält, bekommt diese Schicht von innen kaum Wärme nach. In klaren Nächten kühlt sie deshalb stark ab, oft sogar unter die Temperatur der umgebenden Luft – und an der kalten Oberfläche schlägt sich Feuchtigkeit als Tauwasser nieder, ähnlich wie an einer Flasche aus dem Kühlschrank. Eine massive, ungedämmte Wand speichert mehr Wärme und bleibt dadurch länger trocken.

Dazu kommen weitere Ursachen, die oft zusammenwirken:

  • Wetterseite: Nach Westen und Norden ausgerichtete Wände bekommen den meisten Schlagregen ab und zugleich wenig Sonne, die sie abtrocknet.
  • Bäume, Hecken und Nachbargebäude: Schatten und fehlende Luftbewegung halten die Wand feucht. Äste, die an der Fassade anliegen, übertragen zusätzlich Nässe.
  • Wasserführung am Haus: Spritzwasser vom Pflaster, undichte Dachrinnen, Fensterbänke ohne Tropfkante oder ein knapper Dachüberstand lassen Wasser an der Wand herablaufen.
  • Lage in Mecklenburg-Vorpommern: In Küstennähe, etwa in Warnemünde oder Rostock, sorgen Wind und hohe Luftfeuchtigkeit für dauerhaft feuchte Oberflächen. In Schwerin mit dem Schweriner See und vielen Waldflächen oder rund um den Inselsee in Güstrow bilden sich vor allem an Nordseiten grüne Beläge.

Algen, Pilze, Moos oder Schmutz – was ist auf Ihrer Fassade?

Nicht jede Verfärbung ist ein Algenbefall. Für die Wahl des Verfahrens lohnt es sich, genauer hinzusehen:

Oft kommen mehrere Beläge zusammen vor, und mit bloßem Auge lassen sie sich nicht immer sicher unterscheiden. Für die Reinigung entscheidend sind ohnehin der Untergrund, die Stärke des Belags und der Zustand von Putz und Anstrich. Dunkle Flecken innen im Haus sind übrigens ein anderes Thema: Schimmel in Wohnräumen hat eigene Ursachen, eine Fassadenreinigung beseitigt ihn nicht.

  • Algen: grüner, manchmal auch gelblicher bis rötlich-oranger Belag, meist flächig und an den feuchtesten Stellen am stärksten – unter Fensterbänken, an Ecken, am Sockel und auf der Wetterseite.
  • Pilze: dunkle, grauschwarze Punkte oder Flecken, häufig gemeinsam mit Algen. Sie sitzen oft fester in der Oberfläche und sind hartnäckiger.
  • Moos: polsterartiger Bewuchs in Fugen, Rissen, am Sockel und auf waagerechten Flächen wie Gesimsen. Moos zeigt, dass sich dort dauerhaft Feuchtigkeit und Schmutz sammeln.
  • Schmutz: graue bis schwarze Schlieren, sogenannte Schmutzfahnen unter Fensterbänken und Abdeckungen, sowie Ruß und Staub an verkehrsreichen Straßen.

Fassade Algen entfernen: So reinigen Sie schonend

Ziel ist, den Belag zu entfernen, ohne die Oberfläche zu verletzen. Ein aufgerauter Putz bietet Algen danach mehr Halt als vorher – zu viel Druck macht das Problem langfristig also größer. Eine fachgerechte Reinigung läuft in diesen Schritten ab:

Wie Verfahren und Aufwand im Einzelnen aussehen, wovon die Kosten abhängen und ob Hochdruck an einer Fassade erlaubt ist, beschreibt unser Ratgeber zur Fassadenreinigung ausführlich.

  • Begutachtung: Untergrund, Risse, Hohlstellen und lose Farbe werden geprüft, bevor Wasser an die Wand kommt.
  • Abdecken: Fenster, Türen, Lüftungsöffnungen, Leuchten und Bepflanzung werden geschützt.
  • Reinigen mit materialangepasstem Druck: Druck und Arbeitsabstand richten sich nach Material und Zustand. Fester Klinker verträgt mehr als weicher Putz, empfindliche Untergründe werden mit Niederdruck bearbeitet.
  • Handarbeit: Moos in Fugen, Gesimse, Laibungen und hartnäckige Stellen werden manuell bearbeitet.
  • Reinigungsmittel nur materialgerecht: Ein Mittel kommt nur zum Einsatz, wenn der Belag es erfordert, und nur, wenn es zu Putz, Anstrich oder Stein passt.
  • Abtrocknen und kontrollieren: Erst an der trockenen Fassade zeigt sich, ob der Anstrich intakt ist oder ob eine neue Beschichtung ansteht.

Algen entfernen mit Hausmitteln: Warum wir davon abraten

Im Internet kursieren viele Tipps, Algen mit Essig, Soda, Chlorreiniger oder selbst gemischten Lösungen zu entfernen. Auf kleinen Flächen mag das grüne Stellen kurzfristig aufhellen. Für eine Fassade sind Hausmittel trotzdem keine gute Wahl:

Wenn Sie eine kleine Stelle im Erdgeschoss selbst angehen möchten, sind Wasser und eine weiche Bürste der schonendste Weg. Ein Reinigungsmittel sollte ausdrücklich für Fassaden und Ihren Untergrund geeignet sein; die Herstellerangaben gehen vor.

  • Schäden am Untergrund: Säure wie Essig kann kalkhaltige Putze, Mörtelfugen und Natursteine angreifen. Chlorhaltige Mittel können Anstriche ausbleichen oder fleckig verfärben, Soda kann als Salz im Mauerwerk zurückbleiben.
  • Schäden an Pflanzen: Was von der Wand abläuft, landet in Beeten, Rasen und Hecken direkt am Haus.
  • Belastung von Boden und Abwasser: Die Mittel gelangen mit dem Spülwasser ins Erdreich oder in den Regenwasserkanal und von dort häufig ungeklärt in Gräben und Gewässer.
  • Begrenzte Wirkung: Hausmittel entfernen oft nur den sichtbaren Belag. Was in den Poren des Putzes verbleibt, kann rasch wieder austreiben.
  • Gesundheit: Chlorhaltige Reiniger dürfen nie mit säurehaltigen Mitteln gemischt werden, weil dabei giftiges Chlorgas entstehen kann. Beim Arbeiten über Kopf geraten Spritzer zudem leicht in die Augen.

Algen an gedämmter Fassade entfernen: Besonderheiten beim WDVS

Bei einem Wärmedämmverbundsystem ist der Putz die einzige Schutzschicht der Dämmung, und er ist meist nur wenige Millimeter dick. Gerade hier zeigt sich der Unterschied zwischen schneller und fachgerechter Reinigung:

Ob Ihr Haus ein WDVS hat, verraten die Bauunterlagen. Wenn Sie es nicht wissen, klären wir das bei der Besichtigung, bevor wir ein Verfahren vorschlagen.

  • Nur Niederdruck: Ein harter Wasserstrahl kann den Oberputz aufrauen, Kanten abschlagen oder Löcher reißen. Über solche Stellen gelangt Wasser in die Dämmung, die durchfeuchtet schlechter dämmt.
  • Vorschäden erkennen: Risse, Hohlstellen und kleine Löcher – an gedämmten Fassaden zum Beispiel durch Spechte – müssen vor der Reinigung erkannt und fachgerecht geschlossen werden.
  • Wenig Wasser, viel Geduld: Lieber mehrmals sanft als einmal mit Kraft. Das Wasser soll den Belag lösen, nicht in die Wand eindringen.
  • Herstellerangaben beachten: Viele Systemhersteller geben Hinweise zur Reinigung und Pflege ihres WDVS. Sie sind ein sinnvoller Maßstab für Druck und Reinigungsmittel.

Neubefall vorbeugen: Was gegen Algen an der Fassade wirklich hilft

Ganz verhindern lässt sich Bewuchs an einer Außenwand nicht. Sie können aber dafür sorgen, dass die Fassade schneller abtrocknet und Algen weniger Halt finden:

Wir empfehlen, eine Fassade je nach Lage alle 5–10 Jahre reinigen zu lassen. An einer geschützten, sonnigen Südwand reicht oft der längere Abstand, an einer Westseite im Küstenwind eher der kürzere.

  • Pflanzen zurückschneiden: Hecken, Sträucher und Äste mit Abstand zur Wand halten, damit Luft zirkulieren kann. Kletterpflanzen direkt auf einem WDVS halten die Wand feucht und können den dünnen Putz schädigen.
  • Dachüberstand und Wasserführung beachten: Ein ausreichender Dachüberstand schützt vor Schlagregen. Bei bestehenden Häusern lässt er sich selten ändern – umso wichtiger sind dichte Rinnen, intakte Fallrohre und Fensterbänke mit Tropfkante.
  • Spritzwasser am Sockel verringern: Ein Kiesstreifen direkt am Haus statt Pflaster oder Rasen mindert Spritzwasser. Mülltonnen, Holzstapel oder Gartenmöbel nicht dauerhaft direkt an die Wand stellen.
  • Algenhemmende Beschichtung: Beim nächsten Anstrich kann eine algen- und schimmelresistente Fassadenfarbe die Neubesiedlung verzögern. Einen dauerhaften Schutz bietet sie nicht, in feuchten Lagen verschafft sie aber Zeit bis zur nächsten Reinigung.
  • Regelmäßige Kontrolle: Schauen Sie einmal im Jahr, am besten nach dem Winter, auf Wetterseite, Sockel und die Bereiche unter Fensterbänken. Ein leichter Grünschleier ist schnell entfernt, jahrealter Belag nicht.

Wann ist eine neue Fassadenbeschichtung sinnvoll?

Eine Reinigung entfernt den Belag, ändert aber nichts am Zustand des Anstrichs. Eine neue Beschichtung lohnt sich, wenn eines dieser Zeichen zutrifft:

Für die Fassadenbeschichtung setzt CTN diffusionsoffene, algen- und schimmelresistente Systeme ein. Diffusionsoffen bedeutet, dass Feuchtigkeit aus der Wand als Wasserdampf nach außen entweichen kann, statt sich hinter der Farbschicht zu sammeln. Je nach Material und Witterung hält eine solche Beschichtung 10–15 Jahre.

Ob Ihre Fassade nur eine Reinigung oder schon eine Beschichtung braucht, schätzt die Selbstdiagnose mit drei Fragen ein. Wie ein neuer Farbton an Ihrem Haus wirkt, testen Sie vorab im Farbdesigner. Die verbindliche Einschätzung folgt bei der kostenlosen Besichtigung – Termine vereinbaren Sie unter 0173 912 15 03.

  • Die Farbe kreidet: Wenn Sie mit der Hand über die Wand streichen, bleibt farbiger Abrieb zurück.
  • Der Anstrich blättert ab, oder im Putz zeigen sich Risse.
  • Algen kehren nach einer Reinigung schon nach kurzer Zeit zurück, weil die Oberfläche porös und saugfähig geworden ist.
  • Die Fassade wirkt nach der Reinigung fleckig oder stark ausgeblichen.

Häufige Fragen

Wie entferne ich Algen von der Fassade?

Am schonendsten mit Wasser, einer weichen Bürste und einem Druck, der zum Material passt. Bei gedämmten Fassaden ist nur Niederdruck geeignet, weil der dünne Putz sonst Schaden nimmt. Reinigungsmittel sollten ausdrücklich für den jeweiligen Untergrund geeignet sein. Größere Flächen und alles oberhalb des Erdgeschosses überlassen Sie besser einem Fachbetrieb mit gesichertem Arbeitsplatz.

Kann ich Algen mit Hausmitteln wie Essig oder Soda entfernen?

Davon raten wir ab. Essig kann kalkhaltige Putze und Fugen angreifen, chlorhaltige Reiniger können Anstriche ausbleichen, und alle Mittel laufen mit dem Spülwasser in Beete, Boden oder Regenwasserkanal. Oft entfernen sie zudem nur den sichtbaren Belag. Für kleine Stellen genügen Wasser und eine weiche Bürste, ansonsten ein materialgeeigneter Fassadenreiniger aus dem Fachhandel.

Warum bekommen gedämmte Fassaden besonders schnell Algen?

Weil ihre Oberfläche nachts stark abkühlt und sich dabei Tauwasser bildet. Die dünne Putzschicht über der Dämmung erhält kaum Wärme aus dem Haus und wird in klaren Nächten oft kälter als die Luft. Die Feuchtigkeit, die sich dann auf ihr niederschlägt, reicht Algen zum Wachsen – besonders an Nord- und Westseiten, im Schatten und in feuchter Lage.

Kann ich eine gedämmte Fassade mit dem Hochdruckreiniger reinigen?

Davon ist abzuraten. Ein harter Wasserstrahl kann den dünnen Oberputz eines WDVS aufrauen oder durchschlagen, und über solche Schäden dringt Wasser in die Dämmung ein. Gedämmte Fassaden werden mit Niederdruck, wenig Wasser und bei Bedarf in Handarbeit gereinigt. Beachten Sie außerdem die Hinweise des Systemherstellers zur Reinigung und Pflege.

Sind Algen an der Fassade schädlich?

Kurzfristig sind sie vor allem ein optisches Problem, auf Dauer aber ein Zeichen für zu viel Feuchtigkeit. Der Belag hält die Oberfläche länger nass, sodass sich Schmutz, Pilze und Moos leichter ansiedeln. Dauerhaft feuchte Putzoberflächen sind im Winter zudem anfälliger für Frost. Eine frühzeitige, schonende Reinigung ist deshalb sinnvoller, als jahrelang abzuwarten.

Wie oft sollte man eine Fassade von Algen reinigen lassen?

Je nach Lage alle 5–10 Jahre. Westseiten im Küstenwind, schattige Nordseiten und Häuser an Seen oder Wald werden schneller wieder grün als geschützte, sonnige Wände. Eine jährliche Sichtkontrolle nach dem Winter zeigt, wann es so weit ist. Kehren die Algen nach einer Reinigung sehr schnell zurück, ist eine neue, algenresistente Beschichtung oft die bessere Lösung.

Hilft ein neuer Anstrich gegen Algen?

Ja, eine algen- und schimmelresistente Beschichtung kann Neubefall verzögern, aber nicht dauerhaft verhindern. Voraussetzung sind eine gründliche Reinigung und ein trockener Untergrund vor dem Anstrich. CTN setzt diffusionsoffene Systeme ein, die je nach Material und Witterung 10–15 Jahre halten. Ergänzend helfen zurückgeschnittene Pflanzen und eine gute Wasserführung am Haus.

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