Gelb verputztes Reihenhaus vor dem Fassadenanstrich: Fenster und Haustür sind mit Folie und Klebeband abgedeckt, der Eingangsbereich mit Vlies geschützt, ein Maler steigt eine Anlegeleiter hinauf
Ratgeber

Fassade streichen Kosten: Positionen verstehen, Fläche berechnen, Angebote vergleichen

Aus welchen Positionen sich die Kosten für einen Fassadenanstrich zusammensetzen und wie Sie ein Angebot richtig lesen.

Von CTN Oberflächen-Design · Veröffentlicht am

Fassade streichen Kosten: die einzelnen Positionen im Überblick

Die Kosten für einen Fassadenanstrich setzen sich aus mehreren Positionen zusammen, von denen der eigentliche Farbauftrag oft nicht die größte ist. Gerüst, Reinigung und Untergrundvorbereitung machen bei vielen Häusern einen erheblichen Teil des Aufwands aus. Wer nur auf einen Quadratmeterpreis schaut, vergleicht deshalb leicht Angebote, die gar nicht dasselbe enthalten.

Wie die Arbeiten Schritt für Schritt ablaufen und welches Wetter passt, erklären wir im Ratgeber Fassade streichen lassen: Ablauf und Wetter. Hier geht es um die Frage, welche Position wovon abhängt und wo Sie als Bauherr Einfluss auf den Preis haben.

Kostenpositionen beim Fassadenanstrich
KostenpositionWovon sie abhängtTipp
Gerüst oder HubsteigerGebäudehöhe, Grundstückszugang, Stellfläche, Standzeit, ggf. Genehmigung für öffentlichen GehwegAndere Arbeiten in der Höhe (Dachrinne, Fensterbänke) in dieselbe Gerüststandzeit legen.
ReinigungVerschmutzung, Algen- und Pilzbewuchs, UntergrundNicht weglassen: Auf Schmutz und Algen haftet keine Farbe dauerhaft.
UntergrundvorbereitungLose Altanstriche, Kreidung, sandender Putz, HohlstellenWisch- und Klebebandprobe vorab machen und bei der Besichtigung zeigen.
RissausbesserungAnzahl, Breite und Ursache der RisseIm Angebot sollte stehen, wie Risse behandelt werden – nach Aufwand oder pauschal.
GrundierungSaugfähigkeit und Festigkeit des UntergrundsEine fehlende Grundierung ist kein Sparposten, sondern ein Haftungsrisiko.
FarbsystemSilikonharz, Silikat oder Dispersion, Algenschutz, Systeme für dunkle TöneFarbsystem mit Produktnamen im Angebot nennen lassen.
Anzahl der AnstricheAltanstrich, Farbtonwechsel, Deckkraft des FarbtonsZwei Anstriche auf der Grundierung sind üblich – auf die Lagenzahl achten.
Fenster, Faschen, DetailsZahl der Fenster, Gesimse, Erker, Dachuntersichten, ZweifarbigkeitDetails getrennt ausweisen lassen, damit Angebote vergleichbar sind.
FarbtonwechselAbstand zwischen altem und neuem Farbton, z. B. von Dunkel auf HellNeuen Ton vorher am eigenen Haus testen, um spätere Umentscheidungen zu vermeiden.

Fassadenfläche berechnen: warum die Wohnfläche nicht weiterhilft

Die Grundlage jeder Kalkulation ist die tatsächlich zu streichende Wandfläche, nicht die Wohnfläche des Hauses. Zwei Häuser mit gleicher Wohnfläche können sehr unterschiedlich große Fassaden haben – je nach Grundriss, Geschosszahl, Giebeln und Dachform. Ein langgestreckter Bungalow hat eine andere Fassadenfläche als ein kompaktes, zweigeschossiges Stadthaus.

Für eine erste eigene Schätzung können Sie den Umfang des Hauses mit der Wandhöhe von der Oberkante Sockel bis zur Traufe multiplizieren. Giebeldreiecke kommen hinzu: Breite des Giebels mal Höhe bis zum First, geteilt durch zwei. Gauben, Erker, Vorbauten und Leibungen erhöhen die Fläche zusätzlich. Bei grobem Putz ist die Oberfläche durch die Struktur größer als die Grundfläche, was sich beim Materialverbrauch bemerkbar macht.

Wie Fenster und Türen behandelt werden, ist im Angebot oft unterschiedlich geregelt. Nach den üblichen Abrechnungsregeln für Malerarbeiten in der VOB werden kleinere Öffnungen häufig übermessen, also nicht von der Fläche abgezogen, weil das Umstreichen und Abkleben dort Mehrarbeit verursacht. Größere Öffnungen werden abgezogen. Entscheidend für Sie ist, dass im Angebot klar steht, nach welcher Regel abgerechnet wird und ob Leibungen gesondert berechnet werden. Nur dann lassen sich zwei Angebote fair vergleichen.

Eine eigene Schätzung ersetzt kein Aufmaß, hilft aber beim Plausibilitätscheck: Weicht die Fläche in einem Angebot deutlich von Ihrer Rechnung ab, fragen Sie nach, wie gemessen wurde.

Silikonharz, Silikat oder Dispersion: das Farbsystem als Kostenfaktor

Das Farbsystem beeinflusst die Kosten, entscheidend ist aber, welche Farbe zum Untergrund und zum Altanstrich passt – nicht, welche am günstigsten ist. Eine Farbe, die auf dem vorhandenen Anstrich nicht hält, wird am Ende teurer als jede Materialersparnis.

Dispersionsfarben sind im Material meist die günstigere Variante und haften auf vielen Untergründen, sind aber weniger diffusionsoffen als mineralische Systeme. Silikatfarben verbinden sich mit mineralischen Untergründen wie Kalk- oder Zementputz und sind sehr dampfdurchlässig, eignen sich aber nicht für jeden Altanstrich, etwa nicht ohne Weiteres auf alten Dispersionsschichten. Silikonharzfarben verbinden Wasserabweisung mit guter Diffusionsoffenheit und liegen im Material in der Regel höher.

Für Wetterseiten mit Algenneigung gibt es algen- und schimmelresistent ausgerüstete Beschichtungen, und für dunkle Farbtöne auf gedämmten Fassaden bieten Hersteller eigene Systeme an. Beides kann den Materialpreis erhöhen, verlängert aber unter den passenden Bedingungen die Zeit bis zum nächsten Anstrich. Welche Systeme wir verarbeiten, lesen Sie auf der Seite zur Fassadenbeschichtung durch den Fachbetrieb.

Fassade selbst streichen oder Fachbetrieb: wo sich wirklich sparen lässt

Selbst streichen spart Arbeitskosten, lohnt sich aber vor allem bei niedrigen, gut zugänglichen Flächen mit intaktem Altanstrich. Ein Bungalow, ein Sockel, eine Gartenmauer oder ein Nebengebäude sind für geübte Heimwerker machbar, wenn sie sich Zeit für Vorbereitung und passendes Wetter nehmen.

Bei höheren Häusern verschiebt sich die Rechnung. Ein Gerüst müssen Sie auch als Selbermacher mieten, aufstellen lassen und für die Standzeit bezahlen – und wer nur am Wochenende streicht, braucht es entsprechend länger. Dazu kommen Werkzeug, Abdeckmaterial und das Risiko, dass ein falsch gewähltes Farbsystem nach wenigen Jahren abblättert. Beim Fachbetrieb haben Sie dagegen Anspruch auf Gewährleistung für die ausgeführte Arbeit, und der Betrieb haftet für Schäden, die bei der Ausführung entstehen.

Der Fachbetrieb lohnt sich besonders in diesen Fällen:

  • Die Fassade ist zweigeschossig oder höher und braucht ein Gerüst oder einen Hubsteiger.
  • Der Altanstrich kreidet stark, blättert ab oder es ist unklar, welches System darunter liegt.
  • Es gibt Risse, Hohlstellen oder feuchte Bereiche, deren Ursache geklärt werden muss.
  • Die Fassade ist gedämmt (WDVS) und soll einen dunkleren Farbton bekommen.
  • Sie möchten die Arbeitskosten nach § 35a EStG steuerlich geltend machen – das geht nur mit Rechnung eines Betriebs.

Kosten senken: Handwerkerleistungen absetzen und Förderung prüfen

Den größten finanziellen Hebel für Eigentümer bietet in der Regel die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen. Nach § 35a EStG können Sie 20 % der Arbeitskosten direkt von Ihrer Einkommensteuer abziehen, höchstens 1.200 € pro Jahr. Begünstigt sind Arbeiten im eigenen Haushalt, also am selbst genutzten Haus oder an der Wohnung; abziehbar sind Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten, nicht das Material. Voraussetzung sind eine Rechnung mit getrennt ausgewiesenem Lohnanteil und eine Zahlung per Überweisung. Mehr zu Rechnung und Nachweisen lesen Sie im Ratgeber Malerarbeiten Kosten und Steuer.

Bei Förderprogrammen ist Vorsicht angebracht: Ein reiner Fassadenanstrich gilt in der Regel nicht als förderfähige Maßnahme. Zuschüsse oder Kredite von KfW oder BAFA kommen allenfalls in Betracht, wenn der Anstrich Teil einer energetischen Sanierung ist, etwa zusammen mit einer Fassadendämmung, und die jeweiligen technischen Anforderungen erfüllt werden. Programme und Bedingungen ändern sich regelmäßig; prüfen Sie den aktuellen Stand vor der Beauftragung bei der Förderstelle oder mit einer Energieberatung. Wird eine Maßnahme öffentlich gefördert, ist die Steuerermäßigung nach § 35a für dieselben Kosten ausgeschlossen.

Weitere Möglichkeiten, die Kosten im Rahmen zu halten: Gerüststandzeit für mehrere Arbeiten nutzen, auf aufwendige Zweifarbigkeit verzichten, Farbton vor Beginn verbindlich festlegen und kleinere Nebenflächen selbst übernehmen. Einzelheiten zu Ihrer steuerlichen Situation klären Sie bitte mit Ihrer Steuerberatung.

Seriöses Angebot für den Fassadenanstrich erkennen

Ein seriöses Angebot entsteht nach einer Besichtigung vor Ort und führt die Arbeitsschritte einzeln auf. Wer am Telefon oder an der Haustür einen Festpreis nennt, ohne die Fassade gesehen zu haben, kann den Untergrund nicht beurteilt haben – Nachträge sind dann absehbar. Vorsicht ist bei unangekündigten Angeboten an der Haustür geboten; typische Muster beschreiben wir im Ratgeber zur Betrugsmasche bei Dach- und Fassadenreinigung.

Darauf sollten Sie beim Vergleich achten:

  • Aufmaß mit Flächenangabe und Regel für Fenster- und Türöffnungen.
  • Gerüst oder Hubsteiger als eigene Position, mit Standzeit.
  • Reinigung, Untergrundvorbereitung und Rissbehandlung einzeln beschrieben.
  • Grundierung, Farbsystem mit Produktbezeichnung und Anzahl der Anstriche.
  • Details wie Faschen, Sockel, Dachuntersichten und Farbkanten ausgewiesen.
  • Getrennter Ausweis von Lohn- und Materialkosten für die Steuer.
  • Name, Anschrift und Kontakt des Betriebs, keine Vorkasse für die gesamte Leistung.

Fassadenanstrich in Rostock und MV: Küstenklima und kostenlose Besichtigung

Im Küstenklima Mecklenburg-Vorpommerns lohnt es sich, bei den Kosten nicht am Farbsystem und an der Vorbereitung zu sparen. Westwind, Schlagregen und salzhaltige Luft setzen Fassaden auf der Wetterseite zu, Nordseiten trocknen langsam ab und neigen zu Algenbewuchs. Ein passendes, diffusionsoffenes System und eine gründliche Reinigung sorgen dafür, dass der Anstrich unter diesen Bedingungen lange hält.

CTN Oberflächen-Design ist ein in die Handwerksrolle eingetragener Maler- und Lackiererbetrieb mit Sitz in Broderstorf bei Rostock, mit über 15 Jahren Erfahrung und mehr als 500 Projekten. Wir arbeiten in Rostock, Schwerin, Wismar, Güstrow und ganz Mecklenburg-Vorpommern; Fassaden haben wir unter anderem in Beige, Dunkelgrau, Weiß, Grün, Gelb und Lila beschichtet. Als Malerbetrieb in Rostock beginnen wir jedes Projekt mit einer kostenlosen Besichtigung: Wir prüfen Untergrund und Altanstrich, nehmen die Flächen auf und schicken Ihnen danach ein schriftliches Angebot mit allen Positionen.

Häufige Fragen

Was kostet es, eine Fassade streichen zu lassen?

Das hängt von Fläche, Gerüst, Untergrundzustand, Farbsystem und Details ab und lässt sich ohne Besichtigung nicht seriös beziffern. Ein Haus mit intaktem Putz macht deutlich weniger Arbeit als eines mit Rissen und abblätterndem Altanstrich. CTN besichtigt Ihre Fassade kostenlos und nennt den Preis danach in einem schriftlichen Angebot.

Wie berechne ich die Fassadenfläche meines Hauses?

Multiplizieren Sie den Hausumfang mit der Wandhöhe vom Sockel bis zur Traufe und addieren Sie die Giebeldreiecke (Breite mal Höhe, geteilt durch zwei). Gauben, Erker und Leibungen kommen hinzu. Wie Fenster und Türen behandelt werden, regelt das Angebot – kleinere Öffnungen werden oft übermessen, größere abgezogen.

Ist Silikonharzfarbe teurer als Dispersionsfarbe?

Im Material in der Regel ja. Silikonharzfarbe verbindet Wasserabweisung mit guter Diffusionsoffenheit, Dispersionsfarbe ist meist günstiger, aber weniger dampfdurchlässig. Entscheidend ist, welches System zum Untergrund und Altanstrich passt, denn eine unpassende Farbe kann schneller abblättern und wird dadurch am Ende teurer.

Kann ich den Fassadenanstrich von der Steuer absetzen?

Ja, bei selbst genutztem Wohneigentum über § 35a EStG. Sie können 20 % der Arbeitskosten von der Einkommensteuer abziehen, höchstens 1.200 € pro Jahr. Material ist nicht begünstigt. Sie brauchen eine Rechnung mit getrenntem Lohnanteil und müssen per Überweisung zahlen.

Gibt es eine Förderung für das Streichen der Fassade?

Für einen reinen Anstrich in der Regel nicht. Förderprogramme von KfW oder BAFA können nur in Frage kommen, wenn der Anstrich Teil einer energetischen Sanierung ist, etwa mit Fassadendämmung. Die aktuellen Bedingungen sollten Sie vor Auftragsvergabe bei der Förderstelle oder einer Energieberatung prüfen.

Lohnt es sich, die Fassade selbst zu streichen?

Bei niedrigen, gut zugänglichen Flächen mit intaktem Altanstrich kann es sich lohnen. Bei höheren Häusern fallen Gerüstkosten trotzdem an, und Fehler bei Untergrund oder Farbwahl werden teuer. Ein Fachbetrieb bietet zudem Gewährleistung, und nur seine Arbeitskosten können Sie steuerlich geltend machen.

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